The Norwegian Coast

The Norwegian Coast

29

Juli 2016

In Nord-Norwegen durchradeln wir nun die Provinz Troms, die in Vergangenheit größtenteils aus Fischerdörfern und Walfangstationen bestand. Zunächst ist es eben und wir fahren alle Fjorde aus. Als nächstes setzen wir auf die Insel Senja über. Danach erleben wir die Schönheit norwegischer Natur auf Andøya und Hinnøya.

We cycle through Nord-Norge and enjoy the pure beauty of Norwegian nature on the islands of Senja, Andøya and Hinnøya. There’s always a salty and fresh wind from the sea. The seagulls scream loudly and struggle in the gust.

Wir sind genau zur rechten Beerenzeit hier: die Ausbeute an Heidelbeeren, Moltebeeren und schwarzen Krähenbeeren ist groß und so pflückt Christl genüsslich drauf los. Genug Zeit hat sie, weil Philippe einen neuen Zeitraffer startet…
Meer und Berge gleichzeitig zu erleben, ist für uns berauschend schön und wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Perfect timing for collecting some berries: bil berries, cloud berries and crow berries are ready end of July. Anyway, there’s enough time – Philippe just starts a new timelapse.
The first days we cannot believe to see sea and mountains at once. In the sun the water is turquoise.

Zum Teil fahren wir nun die Fjorde auf den drei Inseln ab, fahren jedoch auch über kleine Pässe und durch Tunnel. Am Tunnelanfang drückt man als Radler einen Knopf, eine Lichtanlage blinkt auf und macht uns für Autofahrer im Tunnel besser sichtbar.
Die Mitternachtssonne wandert tief am Horizont von West nach Ost. In wenigen Tagen wird sie wieder ganz untergehen. Trotzdem bleibt es nachts noch eine Weile taghell.

We cycle the fjords, over passes and through tunnels. No matter how steep the serpentines are, you can be sure to race downhill afterwards.
Midnight sun travels along the horizon from west to east. Tomorrow it will dip the horizon. In a few days it will go down the first time.

 

Die Berge rund herum sind für uns mit 800 Metern Höhe nicht sehr hoch. Trotzdem liegt noch vereinzelt Schnee in den Karen.

The surrounding mountains are around 800 metres high. In the cirques sometimes there is snow left.

Magic Lofoten and Helgeland

Magic Lofoten and Helgeland

18

August 2016

Über viele Brücken und durch Tunnel gelangen wir auf die Lofoten. Weite Sandstrände, tiefblaue Fjorde und bewaldete Berge empfangen uns hier. Die Wolkenstimmungen sind hier einzigartig und ändern sich schlagartig. Die Aussichten sind berauschend und die Fahrradmäntel scheinen sich von selbst über den Asphalt bewegen zu wollen. Die Einheimischen sind sehr hilfsbereit und freundlich. Außerdem lassen sie sich nicht von Wohnmobilkaravanen aus der Ruhe bringen.

Over many bridges and through tunnels we arrive at Lofoten. Beautiful sand beaches, blue fjords and green mountains take our breath away. Kilometers are passing by easily. We are not the only ones: many other tourists visit Lofoten and travel mostly by motorhome or caravan. The locals are very friendly and do not let themselves be disturbed from their peace.

Auch den norwegischen Kühen scheinen Wohnmobile, Wohnwägen, Transporter, Motorräder und Radfahrer ziemlich egal zu sein. Wiederkäuend sitzen sie im Sand und auf den Straßen.
Im kleinen Ort Delp finden wir ein windgeschütztes Plätzchen und kochen uns Nudeln mit Tomatensoße. Dieses einfache aber leckere Gericht gehört zu unseren Lieblingsessen auf der Tour.

A Norwegian cow never cares about motorhomes, trailers, motorcyclists and cylists. They enjoy lying in the sand or on the road.
In Delp we find a wind protected place near the coast and eat our favorite dish: tomato noodels with cheese.

Am nahezu nördlichsten Punkt der Lofoten ist es windig und weiße Gischt kühlt Philippe beim Fotografieren an vorderster Front unfreiwillig ab.

As we reach the northest point of Lofoten, Philippe gets some windy spray while taking some shots.

Das Fischerdorf Hamnøya lässt noch die vergangene Ära des aktiven Wal- und Fischfangs erahnen. Die Häuschen stehen malerisch vor imposanter Bergkulisse.
Per Fähre verlassen wir die Lofoten bei Moskenes und setzen über auf das Festland in die Stadt Bodø. Nur 30 Kilometer weiter sehen wir den stärksten Gezeitenstrom der Welt bei Saltstraumen. Beim Wechsel der Gezeiten strömen 400 Millionen Kubikmeter Wasser in die Meerenge hinein. Wir haben Glück und erwischen den Strudel bei maximaler Geschwindigkeit.

In the fishing village Hamnøya there used to be whaling and fishing. Today there is more tourism and less fishing.
We take the ferry from Moskenes at Lofoten to Bodø on the mainland. Just 30 kilometers away from Bodø we are lucky and see Saltstraumen. Saltstraumen is a strait with the strongest tidal current in the world.

Zwei scheue Elchdamen am Straßenrand.
Wir radeln weiter entlang der Helgelandküste. Bei Reipå treffen wir auf den holländischen Fotografen und Künstler Bud. Philippe und Bud tauschen sich aus, verpassen jedoch nicht diesen Sonnenuntergang.

Two female moose standing shyly at roadside.
We cycle along the Helgeland Coast. We meet the photographer and artist Bud. Together with Philippe they talk about equipment and motives but do not miss this sunset in Reipå.

Willkommen ist uns immer eine hölzerne Picknickbank mit Ausblick über den gesamten Fjord – welch ein Luxus.
Magische Stimmung im Nieselregen auf über 300 Metern über dem Meeresspiegel. Heute freuen wir uns über kurze Regenpausen und sind überzeugt, dass unser Zelt dem norwegischen nächtelangen Starkregen standhalten kann.

We stay the night 100 meters above sea level with fantastic view and picnic bench.
We are fascinated by this cloud scenario 300 meters above sea level. After heavy storm and rain the day before we are happy about short breakes in the rain. Our tent will stand this weather.

„Sonnebrille ab und Licht an“ sind die uns geläufigen Bewegungen vor der Einfahrt in die Tunnels, die 200 Meter bis 6 km lang sind und zum Teil unter dem Meer verlaufen. Harter Granit wurde dafür durchbohrt.
Zwischen Kolvereid und Namsos verlassen wir die Hauptstraße und radeln nebeneinander kilometerweit die Fjorde entlang. Einen kleinen Hafen gibt es wohl in Nordsundet, jedoch ohne Menschen. Auf einem kleinen grünen Grasfleck spannen wir unser Zelt ab und beobachten die Wolkenfront.

We switch on the light before entering a tunnel at Helgeland Coast. Many of them trench the mountains there, sometimes even below the sea. The length is between 200 meters and 6 km.
The wind is fresh and big clouds are coming from north west. In Nordsundet there is nothing but small boats and a lot of trees for kilometers. We reach a part of Helgeland Coast where there is less tourism. We enjoy the silence and build up our tent on a small piece of grass.

In the middle of Norway

In the middle of Norway

30

August 2016

Wir verlassen nun die Helgelandküste mit dem Atlantik und setzen mit der vorerst letzten Fähre von Vanvikan nach Trondheim über. Von dort beginnt der hügeligste Teil unserer Reise. In den Bergen bei Trollheimen finden wir wunderbare Zeltplätze an Flüssen und Seen. In den Hochebenen des Rondane Nationalparks grasen Schafe und Gebirgsbäche sprudeln.

After cycling along Helgeland Coast we go by ferry from Vanvikan to Trondheim. From there it’s getting hilly. In the mountain range Trollheimen we camp next to beautiful lakes and rivers. On the plateau of Rondane National Park sheeps are grazing and the air is fresh.

In Trondheim scheinen die letzten Sonnestrahlen in den Kanalhafen und beleuchten die Lagerhäuser am Fluss Nidelva.
Glasklares Wasser finden wir am Rande des Dovrefjell Gebirges. Schnell sind unsere 4 Wasserflaschen unter einem solchen Strahl aufgefüllt und wir radeln weiter, wenn Philippe sein Stativ mit Kamera verstaut hat.

The sun shines on the storehouses next to the river Nidelva which flows through Trondheim.

Es macht richtig Freude, bei völliger Einsamkeit im Rondane Gebirge um 20:00 Uhr noch ein paar Höhenmeter zu kurbeln. Am Straßenrand grasen Schafe und das Klingen von Glocken begleitet uns die gesamte Hochebene entlang.
Zwischen den Nationalparks Rondane und Dovrefjell-Sunndalsfjella verbringen wir heute die Nacht am See Hjerkinnsdammen. Dichte Wolkenschichten kommen auf uns zu, lösen sich jedoch im Nichts auf.

At 8 pm we enjoy cycling in loneliness within the mountain range Rondane. The new asphalt below our tires makes climbing easy. The sound of the sheep bells joins us while crossing the plateau.
Between the beautiful national parks Rondane and Dovrefjell-Sunndalsfjella we stay the night next to the lake Hjerkinnsdammen.